Donnerstag, 1. Dezember 2016

Einweihungsfeier: Erstes barrierefreies Frauenhaus in der Schweiz

Seit Jahren macht Avanti Donne darauf aufmerksam: Frauen mit Behinderungen sind allen Formen von Gewalt deutlich häufiger ausgesetzt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Dessen ungeachtet gab es in der Schweiz bis jetzt kein barrierefreies Frauenhaus. Öffentliche Schutzangebote müssen jedoch für alle zugänglich sein. Dies verlangt sowohl das Behindertengleichstellungsgesetz als auch die UNO-Behindertenrechtskonvention.

Pionierarbeit in Chur
Das Frauenhaus Graubünden in Chur hat nun Pionierarbeit geleistet und mit Studierenden der Fachhochschule das Projekt «Barrierefreies Frauenhaus» erarbeitet. Infrastruktur (inklusive Webseite mit Informationen in leichter Sprache) und Beratungsangebote wurden für verschiedene Sinnes- und Körperbehinderungen angepasst; auch rollstuhlfahrende Frauen und Kinder finden nun Schutz, Unterkunft, Begleitung und Beratung.

Einladung zum Eröffnungsfeier
Zur Eröffnungsfeier am Samstag, 3. Dezember, im Brandisaal in Chur sind alle herzlich eingeladen. (17–20 Uhr, Brandistrasse 12, 7000 Chur; 6 Gehminuten von Bahnhof).
Auf dem Programm stehen unter anderem ein Konzert von La Triada und eine Kunstauktion zugunsten des Frauenhauses. Mehr Infos auf www.frauenhaus-graubuenden.ch

Gewalt wirksamer bekämpfen
Wir vom Netzwerk avanti donne freuen uns über diesen Schritt und danken dem Team für das Engagement. Andere Frauenhäuser sind aufgerufen, es dem Frauenhaus Graubünden gleichzutun.

Ebenso muss Gewalt auf allen Ebenen wirksamer bekämpft werden, indem Frauen und Mädchen (und auch Männer und Jungen) mit Behinderung in alle Präventions- und Schutzmassnahmen einbezogen werden. Hier gibt es noch viel zu tun. Danke an alle, die unsere Arbeit unterstützen!

Mit den besten Wünschen für friedvolle und besinnliche Festtage:


Angie Hagmann, Geschäftsleiterin

Freitag, 28. Oktober 2016

10vor10-Serie: Burghölzli

Mit 250 Betten ist die grösste Psychiatrische Klinik der Schweiz die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich, das "Burghölzli". 5000 Menschen mit psychischen Krankheiten werden dort jedes Jahr behandelt. Erster Teil einer Reportage-Serie, die Einblick gibt in eine Welt, die Aussenstehenden meist verschlossen bleibt.



Beim Wort Psychiatrie kommen einem Horrorbilder in den Sinn - wie im Kinofilm «einer flog übers Kuckucksnest»: Patienten festgebunden oder zugedröhnt mit Medikamenten. In der Psychiatrischen Uniklinik Zürich, geht es jedoch ganz anders zu.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Persönliche Stellungnahme zum Pro Infirmis-Artikel "selbstbestimmt oder selbstgerecht?"

Wer die Geschichte noch nicht kennt, kann sie hier nachlesen.

Grundsätzliches


Zunächst einmal: Bei einem der zitierten Beiträge handelt es sich um einen offiziellen Redaktionskommentar von selbstbestimmung.ch, beim anderen um eine Äusserung, die ich auf meinem privaten facebook-Profil gemacht habe und, wie die untenstehende Grafik zeigt, auch nur meine facebook-Freunde lesen konnten.*

Screenshot privates facebook-Profil David Siems

Im Beitrag von Mark Zumbühl ist das nicht ersichtlich. Meine Rolle als Privatperson und jene als Mitarbeiter von selbstbestimmung.ch werden stark vermischt. Ich habe mich im Interesse der Rollentrennung dazu entschieden, auf meinem persönlichen Blog Stellung zu beziehen. Für eine Stellungnahme im Namen des Vereins bin ich wegen persönlicher Befangenheit nicht qualifiziert.

Die Zitate und ihr Kontext


Nachfolgend sehen Sie meine beiden vollständigen Beiträge. Die von Mark Zumbühl zitierten Passagen sind hervorgehoben:

David Siems (Privatprofil facebook, 20. Mai 2016):

"Jetzt muss ich mich wieder entscheiden, ob und warum ich das gut oder schlecht finden soll. - Denn ja, ich finde es falsch, es einfach mal aus Prinzip schlecht zu finden, nur weil es von Pro Infirmis kommt. Erster Eindruck: Musik und Atmosphäre sind wie immer unnötig tränendrüsendrückerisch, was für die Sache auf jeden Fall kontraproduktiv ist. Den eigentlichen Inhalt muss ich noch etwas wirken lassen. ‪#‎Angstlähmt‬"

Selbstbestimmung.ch (Website & facebook-Fanseite, 21. Mai 2016):

"Wie die meisten Pro Infirmis-Kampagnen zeigt uns auch diese das Elend und nicht die Perspektive. Die Symbolik des Clips ist aber so stark, dass man darüber hinwegsehen kann. Psychische Erkrankungen plakativ darzustellen ist eine hohe Kunst, die bislang selten gemeistert wurde. Der Clip ist zudem abstrakt genug, dass der Zuschauer ihn nicht eins zu eins auf Betroffene übertragen kann und somit wohl nicht zur Klischee-Bildung beiträgt. Das ist aber nur die Meinung eines Nichtbetroffenen."

Wie Sie sehen können war der private Kommentar noch überwiegend unentschlossen, mit einer kritischen Randbemerkung. Nachdem ich das Video einen Tag lang auf mich wirken lassen konnte, lobte ich die Kampagne im offiziellen Kommentar von selbstbestimmung.ch sogar und relativierte im Hinblick auf die hervorragend umgesetzte Bildsprache die Tatsache, dass der Clip halt nur das Elend im Leben der Betroffenen aufzeigt. Ebenso wies ich ausdrücklich darauf hin, dass es sich um die Einschätzung eines nicht von Angststörungen Betroffenen handelt. Auf die im Titel gestellte Frage und die passiv-aggressive Bemerkung am Ende des ersten Textabschnittes gibt es somit eine klare Antwort.

Ich war, bin und bleibe fair


Die Anmerkung, dass ich es falsch finde, eine Pro Infirmis-Kampagne nur deshalb zu kritisieren, weil sie von Pro Infirmis kommt, war an meine Kolleginnen und Kollegen aus der Behindertenbewegung gerichtet: Bei der letzten Kampagne musste ich die Pro Infirmis punktuell in Schutz nehmen, da die geäusserte Kritik zum Teil sehr unsachlich war. Dafür wurde ich von einigen Leuten aus der Behindertenbewegung heftig kritisiert. Mark Zumbühl ist sich dessen übrigens bewusst, da ich ihm damals die Gelegenheit zur Stellungnahme gab und diese dann auch kommentarlos publizierte.

Ich bin übrigens unabhängig von der aktuellen, ziemlich unprofessionellen Aktion von Mark Zumbühl nach wie vor der Meinung, dass es damals richtig war, die Pro Infirmis in Schutz zu nehmen und dass auch mein Lob für die diesjährige Kampagne berechtigt war. Denn würde ich Pro Infirmis grundsätzlich nur kritisieren, würde ich auch bei berechtigten Kritikpunkten an Glaubwürdigkeit einbüssen: "Der Siems ist ja immer gegen die Pro Infirmis", würde es dann heissen.

Angst vor Selbstvertretern?


Was ich bemerkenswert finde, ist, dass mich Mark Zumbühl für dieses Lob öffentlich angreift und es so verdreht, dass daraus eine Kritik wird. Ich habe die Pro Infirmis in den vergangenen Jahren schon mehrfach tatsächlich inhaltlich kritisiert und darauf nie eine Reaktion erhalten. Es wirkt auf mich so, als möchte man meine Legitimation als Selbstvertreter untergraben, in dem man aufzuzeigen versucht, dass ich eine andere Meinung vertrete, als "die Behinderten" es tun. Dabei versucht man auch gleich noch, selbstbestimmung.ch zu diskreditieren, in dem man die Organisation mit meiner Person vermischt, um inhaltlichen Diskussionen mit uns aus dem Weg gehen zu können. Das funktioniert aber nur schon deshalb nicht, weil es weder "die Behinderten", noch deren "Einheitsmeinung" gibt.

Was man mit der Aktion aber auf jeden Fall erreicht haben dürfte, ist, dass Menschen mit Behinderung es sich in Zukunft zweimal überlegen werden, ob sie die Pro Infirmis kritisieren möchten. Müssen sie aufgrund meines Beispiels doch fürchten, dass ihre Äusserungen aus dem Zusammenhang gerissen und mit ihrem Klarnamen und dem Namen ihres Arbeitgebers auf der Pro Infirmis-Website publiziert werden. Diese Vorstellung dürfte insbesondere auf Menschen mit Angststörungen recht abschreckend wirken.

Fussnote


*Ich war auf facebook mit einer hochrangigen Pro Infirmis-Mitarbeiterin verbunden. Da ich nicht möchte, dass weitere Elemente meines Privatlebens auf der Website von Pro Infirmis veröffentlicht werden, habe ich sie mittlerweile blockiert.

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Siehe auch


selbstbestimmt oder selbstgerecht?, Pro Infirmis Website, 7. Juni 2016

Selbstbestimmung.ch, Redaktionskommentar Website & facebook-Fanseite, 21. Mai 2016

David Siems, Kommentar Privatprofil facebook, 20. Mai 2016 (nur für facebook-Freunde einsehbar)

Mark Zumbühl, Pro Infirmis: "Wir hätten keinen Einfluss mehr nehmen können", KrüppelStolz, 8. Dezember 2014

Ein depressiver Zombie soll für Pro Infirmis die Marke stärken und die Kasse klingeln lassen, IV Info, 7. Dezember 2014

Happy Radio On Air!

Medienmitteilung vom 31. Mai 2016


Seit 2012 bietet die Radioschule klipp+klang, in Zusammenarbeit mit dem insieme Bildungsklub Aargau, Radiokurse für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung an. Die Teilnehmenden erlernen praxisbezogen radiojournalistische Grundkenntnisse und gestalten zusammen eine Radiosendung. Der Name "Happy Radio" stammt von einem Kursteilnehmer: "Radio macht uns glücklich. Darum passt dieser Name".

Die Redaktion Happy Radio


Die Redaktion Happy Radio besteht aus erfahrenen Teilnehmern aus dem Aargauer Bildungsklub-Kurs. In der Redaktion können sie ihrer Leidenschaft „Radio“ vertiefter nachgehen und sich in Bereichen, die ihnen entsprechen, weiterbilden. Sei es das digitale Editieren, Moderation oder Studiotechnik. Dank der kontinuierlichen Radioarbeit können die Kompetenzen und Ressourcen der Teilnehmenden aufgebaut und gefördert werden. Die Radiomacher Dölf Keller, Kurt Hofer, Silvio Rauch und Peter Estermann bilden das Kernteam der Redaktion Happy Radio. In Begleitung von der Radioschule klipp+klang erarbeiten sie seit Oktober 2015 monatlich eine Radiosendung, welche auf Radio Kanal K ausgestrahlt wird. Im Zentrum der Realisierung dieses Projektes stehen die Partizipation, Selbstbestimmung und Integration von Menschen mit einer Behinderung.


Die letzte Sendung vor der Sommerpause


Die Redakteure beschäftigen sich in der Sendung vom 25. Juni mit dem Thema Naturschutz. Sie erfahren von Sonja Zürcher, Geschäftsführerin von WWF Aargau, warum der Regenwald in Gefahr ist. Ausserdem spricht die Redaktion Happy Radio mit Menschen mit Lernschwierigkeiten, welche eine Ausbildung zur Selbstvertretung absolviert haben. Wie setzte ich mich für meine Rechte ein? Wie kann ich in der Gesellschaft meine Bedürfnisse vertreten? Für solche Fragen sind SelbstvertreterInnen Experten!

Die Happy Radio Hörlounges im Juni


Wer die Sendungen in Anwesenheit der Radiomachenden anhören möchte, ist herzlich zur Hörlounge eingeladen. Die Hörlounge der Redaktion Happy Radio am 25. Juni, ab 17.30 Uhr in der Gelateria Gwundertüte in Wettingen.

Sendung anhören: Samstag, 25. Juni 2016, 18 bis 19 Uhr auf Radio Kanal K
Lokal über UKW: 94.9 MHz, 92.2 MHz und 103,4 MHz
Auf DAB+ im Grossraum Zürich
Webstream: kanalk.ch

Kontakt: Daniela Hallauer, daniela.hallauer@klippklang.ch, 044 242 00 31/ 076 469 54 91

Siehe auch


Happy Radio

Sonntag, 17. April 2016

Silvio Rauchs Figurentheater zeigt: "Draussen vor der Tür" von Wolfgang Borchert



Wir laden herzlich ein zu dem Drama von Wolfgang Borchert Es ist ein Stück über den Krieg. Und es ist ein Stück über den Heimkehrer aus dem Krieg. Demzufolge ist es "ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will" (Zitat Wolfgang Borchert)

Wir wollen es trotzdem zeigen und Sie wollen es trotzdem sehen.

Silvio Rauch aus Altstetten hat das Stück für das Papiertheater neu inszeniert. Er spielt es zusammen mit Jill Aeschlimann.

Wann: Mittwoch, 11. Mai 2016, 19:00

Wo: Pfarrei Heilig Kreuz, Saumackerstrasse 83, 8048 Zürich

Der Eintritt ist frei (Kollekte).