Auch dieses Jahr findet am Heiligabend im ORF wieder die Spendengala "Licht ins Dunkel" zu Gunsten sozial benachteiligter und behinderter Menschen statt.
[Texteinblendung: "Licht ins Dunkel - 24. Dezember 2012, ORF" Ein Mann mit Anzug läuft eine Kellertreppe hinunter. Unten angekommen, öffnet er die Tür zum Keller und macht das Licht an. Im Keller sitzt ein Herr mit einem hässlichen alten Pullover in einem klapprigen Rollstuhl, in dessen Schoss ein Filzhut liegt. Er blickt überrascht zum Besucher auf. Dieser greift wortlos zu seiner Brieftasche, nimmt eine Münze heraus und wirft sie in den Hut des Rollstuhlfahrers. Der Rollstuhlfahrer schaut verdutzt auf die Münze in seinem Hut und dann wieder zum Besucher auf. Der Besucher steckt seine Brieftasche wieder weg, löscht das Licht, winkt noch kurz und schliesst die Türe wieder. Texteinblendung: "Lieber ORF, lass das Licht doch einfach das ganze Jahr an."]
Siehe auch
Der lange Schatten von "Licht ins Dunkel"
Adventkalender "NICHT ins Dunkel" 2009 - Die Kraft des Augen-Klicks
Montag, 26. November 2012
Sonntag, 25. November 2012
Herr Burkhalter, wie war das nochmal mit dieser IV-Revision?
Vor einigen Tagen ist auf Youtube ein Video aufgetaucht, in dem der ehemalige Sozialminister Didier Burkhalter die IV-Revision kurz und leicht verständlich erklärt. Aber sehen Sie selbst:
[Auf dem Bildschirm ist ein Text zu sehen, der Didier Burkhalter folgene Frage stellt: "Herr Burkhalter, wie war das nochmal mit dieser IV-Revision?" Danach sieht man Didier Burkhalter in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen, in dem er sagt: "Wir nehmen den Behinderten nichts weg." Das Bild friert sofort ein und Didier Burkhalters Nasenspitze beginnt zu wachsen. Dazu hustet jemand im Hintergrund.]
Siehe auch
Auch als Nebendiagnose dienen PÄUSBONOG’s als Grund für Rentenaufhebungen
Hauptsache, wir sind die Leute los
[Auf dem Bildschirm ist ein Text zu sehen, der Didier Burkhalter folgene Frage stellt: "Herr Burkhalter, wie war das nochmal mit dieser IV-Revision?" Danach sieht man Didier Burkhalter in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen, in dem er sagt: "Wir nehmen den Behinderten nichts weg." Das Bild friert sofort ein und Didier Burkhalters Nasenspitze beginnt zu wachsen. Dazu hustet jemand im Hintergrund.]
Siehe auch
Auch als Nebendiagnose dienen PÄUSBONOG’s als Grund für Rentenaufhebungen
Hauptsache, wir sind die Leute los
Sonntag, 12. August 2012
Schweizer Volkssagen: Azelle Bölle schelle
Abschrift:
Azelle Bölle schelle, de Hans de chunt vo Walliselle.
Laufe chan er nöd ällei, dänn er hät ganz chrummi Bei.
Scho sitt Geburt gahts im eso, das macht in ganz und gar nöd froh,
dänn tBehinderig isch s'eine, aber mer dörf au nöd verneine:
Wänn er en Umfall gha hetti, so wie bim Sport de Beltrametti,
wäri er, nur so zum Spass, i de Sändig "Wetten dass"
ines fahrends Auto grännt, het sich debi sis Mark durtrännt,
het meren inere Schlucht une gfunde, übersäht mit schwäre Wunde,
will er ab de Brugg isch gumped, mer seit dezue au "Bungee jumped",
mit eme altersschwache Seil, fänd mer das irrsinnig geil.
Es wärem mit Sicherheit passiert, dass im jede applaudiert,
will er en Optimischt isch blibe, sich sin Muet nöd lat ustrybe.
Zum Aeschbacher wür er ga, det chönt er sini Wysheit usela,
dass alls nur e Frag vom Wille segi und jede e zweiti Chance hegi,
sis Läbe wider in Griff zbringe, mer müess sich nur chly dezue zwinge.
Ja, wer sini Gsundheit gitt für nüt, de isch en Held für ganz vill Lüt,
und mit allgemeiner Sympathie, isch es eifach optimistisch zsi.
Doch wer scho immer so isch gsi, dem rüeft mer anders hinedri:
"Wärum laht mer das Chind nu lide? Het mers nöd chöne abtribe?
Es wott mer gar nöd gfalle, dass mir für söttigi müend zalle."
Es git kei Ruhm und au kei Gäld für de Hans i dere Wält.
Stimme: Silvio Rauch / Text: David Siems
Übersetzung für Nicht-Zürcher:
Anzählen Zwiebeln schälen, Hans kommt aus Wallisellen.
Laufen kann er nicht alleine, denn er hat ganz krumme Beine.
Schon seit Geburt geht es ihm so, das macht ihn ganz und gar nicht froh,
denn die Behinderung ist das eine, aber man darf auch nicht verneinen:
Wenn er einen Umfall gehabt hätte, so wie beim Sport der Beltrametti (ehem. Skifahrer),
wäre er, nur so zum Spass, in der Sendung "Wetten dass"
in ein fahrendes Auto gerannt, hätte sich dabei sein (Rücken-)Mark durchtrennt,
hätte man ihn in einer Schlucht gefunden, übersäht mit schweren Wunden,
weil er von der Brücke gesprungen ist, man sagt dazu auch "Bungee gejumpd",
mit einem altersschwachen Seil, fände man das irrsinnig geil.
Es wäre ihm mit Sicherheit passiert, dass ihm jeder applaudiert,
weil er ein Optimist geblieben ist, sich seinen Mut nicht hat austreiben lassen.
Zum Aeschbacher (Talk-Show-Moderator) würde er gehen, dort könnte er seine Weisheit von sich geben,
dass alles nur eine Frage des Willens sei und jeder eine zweite Chance habe,
sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, man müsse sich nur ein Bisschen dazu zwingen.
Ja, wer seine Gesundheit hergibt für nichts, der ist ein Held für ganz viele Leute,
und mit allgemeiner Sympathie, ist es einfach optimistisch zu sein.
Doch wer schon immer behindert gewesen ist, dem ruft man anderes hinterher:
"Warum lässt man dieses Kind nur leiden? Hätte man es nicht abtreiben können?
Es will mir gar nicht gefallen, dass wir für solche bezahlen müssen."
Es gibt keinen Ruhm und auch kein Geld für den Hans in dieser Welt.
Samstag, 23. Juni 2012
Geschönte Zahlen bei der Invalidenversicherung (Quelle: SALDO Nr. 12 , 20. Juni 2012, Autor: Eric Breitinger)
Die Invalidenversicherung übertreibt ihren Erfolg bei der Betrugsbekämpfung. Die publizierten Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen.
Der „Tagesanzeiger“ titelte mit : „320 IV- Betrüger aufgeflogen“.“320 IV-Betrüger blieben hängen“, schrieb die „Berner Zeitung“. „320 IV-Betrüger sind letztes Jahr aufgeflogen“ meldete die „Basler Zeitung“. Viele Schweizer Medien übernahmen vor kurzem unkritisch die Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherungen zur Betrugsbekämpfung in der Invalidenversicherung (IV) im vergangenen Jahr.
Nur: Bei den „320 Fällen“, in denen sich laut amtlicher Mitteilung „der Verdacht bestätigte“, handelte es sich nicht um verurteilte IV-Betrüger. Vielmehr hatten die 320 Betroffenen „ungerechtfertigt“ Renten bezogen, wie das Bundesamt auf Anfrage bestätigt. Die IV hatte ihre Renten nach einer Überprüfung gekürzt, aufgehoben und oder einen Antrag auf eine Rente abgelehnt. Mögliche Gründe: Der IV-Bezüger hatte bei einer erlaubten Teilzeitbeschäftigung ein zu niedriges Einkommen angegeben oder ein höheres Arbeitspensum nicht sofort gemeldet. Ein Sprecher des Bundesamtes behauptet auf Nachfrage, dass diese Leute eine bewusste Täuschung begangen hätten. Beweisen kann die Behörde das nicht.
Kostenersparnis: Zahlen ebenfalls frisiert
Denn in der Pressemitteilung steht auch: Nur 30 der 320 Betroffenen stehen unter tatsächlich unter Betrugsverdacht. Die IV hat gegen sie Anzeige erstattet. Doch selbst bei diesen 30 Personen ist das Strafverfahren noch nicht beendet. Längst nicht jede Anzeige führt zu einer Verurteilung. Eine Statistik über rechtskräftig verurteilte Betrüger führt die IV nach eigenen Angaben nicht.
Mit Vorsicht zu geniessen sind auch die Angaben des Bundesamtes zum angeblichen finanziellen Erfolg der Betrugsbekämpfung. Offiziell waren im letzten Jahr 40 Vollzeitangestellte damit beschäftigt. Personalkosten 6.8 Millionen Franken. Ihre Arbeit soll der IV insgesamt 100 Millionen Franken Kosten gespart haben. Das Bundesamt kommt nach eigenen Angaben auf diese Zahl, in dem es die durchschnittliche Schweizer IV-Jahresrente von 20 000 Franken mit der durchschnittlichen Bezugsdauer von 15 Jahren und den 320 Fällen multipliziert. Der Haken: Die IV hat einen Teil der 320 Renten nur gekürzt, nicht gestrichen. Zudem stehen nicht alle 320 Rentner am Anfang des Rentenbezugs. Fazit: Die Kostenersparnis ist bei weitem nicht so hoch wie angegeben.
„IV-Bezüger stehen unter einem generellen Missbrauchsverdacht“
Der Zürcher Rechtsanwalt und Sozialversicherungs-Spezialist Kurt Pfändler kritisiert die „hochgerechneten Erfolge der IV bei der Betrugsbekämpfung als übertrieben.“ Gleich tönt es bei Bruno Schmucki vom Behindertenverband Procap: „ Das Bundesamt für Sozialversicherungen bauscht mit Zahlentricks den IV-Missbrauch zum Problem auf.“ Schmucki beklagt den „politischen Flurschaden „dieser Strategie: „Wir spüren bei der täglichen Arbeit, dass alle IV-Bezüger unter einem generellen Missbrauchsverdacht stehen.“ Dabei standen im letzten Jahr letztlich nur 30 von total 275 000 IV-Bezügern unter einem konkreten Betrugsverdacht.
Der „Tagesanzeiger“ titelte mit : „320 IV- Betrüger aufgeflogen“.“320 IV-Betrüger blieben hängen“, schrieb die „Berner Zeitung“. „320 IV-Betrüger sind letztes Jahr aufgeflogen“ meldete die „Basler Zeitung“. Viele Schweizer Medien übernahmen vor kurzem unkritisch die Angaben des Bundesamtes für Sozialversicherungen zur Betrugsbekämpfung in der Invalidenversicherung (IV) im vergangenen Jahr.
Nur: Bei den „320 Fällen“, in denen sich laut amtlicher Mitteilung „der Verdacht bestätigte“, handelte es sich nicht um verurteilte IV-Betrüger. Vielmehr hatten die 320 Betroffenen „ungerechtfertigt“ Renten bezogen, wie das Bundesamt auf Anfrage bestätigt. Die IV hatte ihre Renten nach einer Überprüfung gekürzt, aufgehoben und oder einen Antrag auf eine Rente abgelehnt. Mögliche Gründe: Der IV-Bezüger hatte bei einer erlaubten Teilzeitbeschäftigung ein zu niedriges Einkommen angegeben oder ein höheres Arbeitspensum nicht sofort gemeldet. Ein Sprecher des Bundesamtes behauptet auf Nachfrage, dass diese Leute eine bewusste Täuschung begangen hätten. Beweisen kann die Behörde das nicht.
Kostenersparnis: Zahlen ebenfalls frisiert
Denn in der Pressemitteilung steht auch: Nur 30 der 320 Betroffenen stehen unter tatsächlich unter Betrugsverdacht. Die IV hat gegen sie Anzeige erstattet. Doch selbst bei diesen 30 Personen ist das Strafverfahren noch nicht beendet. Längst nicht jede Anzeige führt zu einer Verurteilung. Eine Statistik über rechtskräftig verurteilte Betrüger führt die IV nach eigenen Angaben nicht.
Mit Vorsicht zu geniessen sind auch die Angaben des Bundesamtes zum angeblichen finanziellen Erfolg der Betrugsbekämpfung. Offiziell waren im letzten Jahr 40 Vollzeitangestellte damit beschäftigt. Personalkosten 6.8 Millionen Franken. Ihre Arbeit soll der IV insgesamt 100 Millionen Franken Kosten gespart haben. Das Bundesamt kommt nach eigenen Angaben auf diese Zahl, in dem es die durchschnittliche Schweizer IV-Jahresrente von 20 000 Franken mit der durchschnittlichen Bezugsdauer von 15 Jahren und den 320 Fällen multipliziert. Der Haken: Die IV hat einen Teil der 320 Renten nur gekürzt, nicht gestrichen. Zudem stehen nicht alle 320 Rentner am Anfang des Rentenbezugs. Fazit: Die Kostenersparnis ist bei weitem nicht so hoch wie angegeben.
„IV-Bezüger stehen unter einem generellen Missbrauchsverdacht“
Der Zürcher Rechtsanwalt und Sozialversicherungs-Spezialist Kurt Pfändler kritisiert die „hochgerechneten Erfolge der IV bei der Betrugsbekämpfung als übertrieben.“ Gleich tönt es bei Bruno Schmucki vom Behindertenverband Procap: „ Das Bundesamt für Sozialversicherungen bauscht mit Zahlentricks den IV-Missbrauch zum Problem auf.“ Schmucki beklagt den „politischen Flurschaden „dieser Strategie: „Wir spüren bei der täglichen Arbeit, dass alle IV-Bezüger unter einem generellen Missbrauchsverdacht stehen.“ Dabei standen im letzten Jahr letztlich nur 30 von total 275 000 IV-Bezügern unter einem konkreten Betrugsverdacht.
Samstag, 9. Juni 2012
Auszug aus einer Diskussion zum Thema Behindertenbetreuung
Ingrid Pütz:
Ist doch so, wenn die Betroffenen selbstständiger werden, brauchen sie keine Betreuer und sie wären arbeitslos. Also muss Abhängigkeit geschaffen werden.
Anja Hübner:
Dabei ist diese Befürchtung komplett unbegründet. Betreuung hat ja nichts mit Bevormundung oder Gängelei zu tun. Man kann auch betreuen ohne seinen Schützling zu einem unselbstständigen Hündchen abzurichten. Man sollte es sogar denn so ist es eigentlich vorgesehen. Aber wenn dann diese Hobbydiktatoren ankommen die der Einfachheit halber lieber Sozialpädagogik studieren um dann ganz entspannt einen Beruf auszuüben ohne tatsächlich arbeiten zu müssen, dann wird's echt unschön. Solche Leute gehören vielleicht als Trainer auf den Hundeplatz oder zu "Problem-Teenies" um die wieder auf die richtige Bahn zu zwingen, aber nicht in Bereiche in denen sie auf Wehrlose losgelassen werden. Es ist halt viel entspannter die Leute mit ununterbrochenen Anweisungen (oder z.B. in Altenheimen mit Medikamenten) ruhig zu stellen um dann in aller Ruhe mit den anderen "Betreuern" Käffchen trinken zu können, als sich wirklich mit den Schutzbefohlenen zu befassen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und umzusetzen. Da aber leider die breite Masse und vor allem auch die Gesetzgebung "froh ist dass sich überhaupt irgendjemand so etwas antut und um diese Leute kümmert"(O-Ton in einer Diskussion mit einem Berliner Politiker) wird es wohl noch ein langer und harter Kampf bis diese Zustände komplett abgeschafft sind.
Ich danke den beiden Damen, dass Sie mir erlaubt haben, das hier zu zitieren. Sie bringen es wirklich auf den Punkt.
Ist doch so, wenn die Betroffenen selbstständiger werden, brauchen sie keine Betreuer und sie wären arbeitslos. Also muss Abhängigkeit geschaffen werden.
Anja Hübner:
Dabei ist diese Befürchtung komplett unbegründet. Betreuung hat ja nichts mit Bevormundung oder Gängelei zu tun. Man kann auch betreuen ohne seinen Schützling zu einem unselbstständigen Hündchen abzurichten. Man sollte es sogar denn so ist es eigentlich vorgesehen. Aber wenn dann diese Hobbydiktatoren ankommen die der Einfachheit halber lieber Sozialpädagogik studieren um dann ganz entspannt einen Beruf auszuüben ohne tatsächlich arbeiten zu müssen, dann wird's echt unschön. Solche Leute gehören vielleicht als Trainer auf den Hundeplatz oder zu "Problem-Teenies" um die wieder auf die richtige Bahn zu zwingen, aber nicht in Bereiche in denen sie auf Wehrlose losgelassen werden. Es ist halt viel entspannter die Leute mit ununterbrochenen Anweisungen (oder z.B. in Altenheimen mit Medikamenten) ruhig zu stellen um dann in aller Ruhe mit den anderen "Betreuern" Käffchen trinken zu können, als sich wirklich mit den Schutzbefohlenen zu befassen, ihre Bedürfnisse zu erkennen und umzusetzen. Da aber leider die breite Masse und vor allem auch die Gesetzgebung "froh ist dass sich überhaupt irgendjemand so etwas antut und um diese Leute kümmert"(O-Ton in einer Diskussion mit einem Berliner Politiker) wird es wohl noch ein langer und harter Kampf bis diese Zustände komplett abgeschafft sind.
Ich danke den beiden Damen, dass Sie mir erlaubt haben, das hier zu zitieren. Sie bringen es wirklich auf den Punkt.
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